Ein Erfolg der Freundschaft: "Futsalicious Essen" gewinnt den ersten internationalen Vergleich seiner Geschichte

Es sollte ein Sonntag werden, der für unseren Verein "Futsalicious Essen" unvergessen bleiben wird. Auf dem Programm stand der erste internationale Vergleich der Geschichte unseres Vereins. Zu Gast in unserer Heimspielhalle war das niederländische Futsal-Team von "Futsal Olympia Haarlem" (FOH), das die Gelegenheit zu diesem Match parallel zu einem Deutschlandaufenthalt gerne nutzte. Da im Vorfeld die Kommunikation untereinander zwar freundschaftlich locker aber sportlich nicht sonderlich eindeutig war, erwarteten die Coaches von "Futsalicious Essen" eine große Herausforderung.

 

Immerhin ist Futsal in den Niederlanden schon spätestens seit den 1970er Jahren bekannt. "Zaalvoetbal", wie er in den Niederlanden und auch in Belgien genannt wird, betreibt man dort auch eifrig in landesweiten Ligen. Beinahe in jeder Stadt gibt es Futsal-Vereine oder -Abteilungen, die zum Teil etliche Mannschaften in die Wettbewerbe des fünf- oder sechsklassigen Ligensystems entsenden. Welche der immerhin 15 (!) Mannschaften von "Futsal Olympia Haarlem" nun zum Freundschaftskick auftauchen würde, war bis zur tatsächlichen Ankunft an diesem Mittag unklar. Die 1. Mannschaft der niederländischen Gäste spielt zur Zeit in der 3. niederländischen Liga des KNVB - zum Vergleich: Selbst die momentan besten Teams Deutschlands bekommen von niederländischen Zweitligateams zur Zeit immer noch saftige Niederlagen eingeschenkt, von niederländischen Erstligateams ganz zu schweigen. Die Erfahrung, Qualität, das Spielerpotenzial und die taktische Routine ist deutschen Teams noch Jahre voraus.

Somit nominierten die "Futsalicious"-Coaches unter den zahlenmäßig leider wenigen verfügbaren Spielern vorsichtshalber alle, denen man habhaft werden konnte:

Das Testspielteam: (hinten v.l.) Berger, Henneken, Hachmann, Bonnekamp, Gött, Wehling; (vorne v.l.) Avtyenyev, Payzulaev, Valchev, Domurath, Avtieniev. (Foto: Galkova)
Das Testspielteam: (hinten v.l.) Berger, Henneken, Hachmann, Bonnekamp, Gött, Wehling; (vorne v.l.) Avtyenyev, Payzulaev, Valchev, Domurath, Avtieniev. (Foto: Galkova)

Unsere holländischen Freunde aus der Provinz Noord-Holland war dann nicht die befürchtete 1. Mannschaft, sondern die 8. Mannschaft. Das Team um die Organisatoren Barry van Bilderbeek und Carlo Lenting spielt dennoch regelmäßig in der 6. Liga und ist eine eingeschworene Clique aus erfahrenen Futsal-Veteranen, die zum Teil auf mehrere Jahrzehnte Erfahrung in der Halle verweisen kann. Einige hatten sogar in der "Topdivisie" und der "Eredivisie", der 1. bzw. 2. Liga der Niederlande, gespielt. Vor der Begegnung gab es einen regen und sehr freundschaftlichen Austausch auf Englisch und ein paar Brocken Niederländisch. Man erfuhr, dass unsere Gäste geradewegs von einem feuchtfröhlichen Junggesellenabschied für einen Spieler ihres Teams am Vorabend kamen. Dennoch waren die Haarlemer Jungs heiß auf ein erfrischendes Futsal-Spiel. Man tauschte sich aus, diskutierte die allgemeine Futsal-Situation in Deutschland und wir hörten uns spannende Berichte über den Futsal in unserem Nachbarland an - von kleinen Vereinen wie in Haarlem, die sich in den 70ern gegründet hatten und irgendwann sogar ihre eigene Sporthalle bauen konnten. Es tat gut, dass wir auf so viel Offenheit, Verständnis und auch Hilfsbereitsschaft trafen. Damit hatten wir schon vor dem Spiel einen kleinen Gewinn gemacht.

Ein Erfolg der Freundschaft: Erster internationaler Vergleich mit unseren Gästen der 8. Mannschaft von "Futsal Olympia Haarlem" (FOH 8)(Foto: Galkova)
Ein Erfolg der Freundschaft: Erster internationaler Vergleich mit unseren Gästen der 8. Mannschaft von "Futsal Olympia Haarlem" (FOH 8)(Foto: Galkova)

Da man im Spiel gegeneinander aber keine Erfahrungswerte vom jeweiligen Gegner hatte, beschloss man auf beiden Seiten wohl die ganze Sache mit dem nötigen Ernst anzugehen. Doch aufgrund der lockeren Atmosphäre vom ersten Zusammentreffen an geriet der Spaß bei der Sache nicht in Vergessenheit. Schiedsrichter waren für diese Partie nicht vonnöten. Ein kurzer Abgleich des Regelverständnisses vor der Begegnung genügte. Dabei erfuhren wir, dass es im niederländischen Futsal/Zaalvoetbal untersagt ist, wenn man versucht hinter dem Gegenspieler stehend, den Ball zwischen den Beinen mit dem Fuß zu erreichen. Diese Art von Tackling ist in Deutschland und auch in den internationalen Regeln erlaubt, solange man den Gegenspieler nicht berührt oder gar legt. Darauf konnten wir uns aber schnell einstellen und alle anderen Regeln entsprachen auch den uns bekannten.

 

Es entwickelte sich eine durchweg sehr faire Partie. Die Gäste zeigten keinerlei Nachwirkungen der zu verkraftenden Feier und spielten zu Beginn einen guten, flüssig laufenden Ball. Für "Futsalicious Essen" war es schwierig in die Passwege zu kommen und die auch unter Druck sehr platzierten Zuspiele zu unterbinden. Immer wieder setzte "Futsal Olympia Haarlem" geschickt den Körper im Zweikampf ein, um den Ball abzuschirmen. Dennoch kam auch "Futsalicious Essen" von Beginn an gefährlich vor das Tor der Holländer, konnte aber keinen zählbaren Erfolg verbuchen. Christoph Berger aus unserer 1. Mannschaft, der in der ersten Halbzeit das Tor hütete, vereitelte dann auch die ersten guten Chancen der Gäste. Doch nach einer kurzen Aufwärmphase kam "Olympia Haarlem" zu einem guten Konter, den sie souverän zum 1:0 abschließen konnten. Aufgrund des steigenden Drucks, der von unserem Team ausging, waren wir über den Rückstand etwas erstaunt, doch die Gäste zeigten uns Mal um Mal die Lücken im Defensivverbund auf.

 

Dennoch ließ man sich auf Essener Seite nicht aus der Ruhe bringen. "Futsalicious" kam nun besser ins Spiel und zeigte dann, was sie spielerisch und kombinatorisch zu bieten hatten. Dem Ausgleich folgten in beinahe regelmäßigen Abständen der Nettospielzeit weitere Treffer für "Futsalicious". Trotzdem blieben die Gäste gefährlich und fanden immer wieder über den Kampf zurück ins Spiel. Wo man konnte hielt man dagegen und scheiterte im Abschluss an etwas zu unpräzisen Schüssen, die vorbei gingen, oder von Berger gut pariert wurden. Mit der Spieldauer und der steigenden Geschwindigkeit machte sich auch bemerkbar, dass "Olympia Haarlem" nur mit 2 Wechselspielern angetreten war, während "Futsalicious" auf eine gut besetzte Bank verweisen konnte. So hieß es zur Halbzeit bereits 6:1 für Essen. Dennoch war die Stimmung auch beim Gegner gelöst. Ein paar taktische Kritiken waren zu vernehmen, aber grundsätzlich nahmen es unsere Gäste sportlich entspannt.

 

Für die zweiten 20 Minuten Nettospielzeit wechselte "Futsalicious" im Tor vom souverän agierenden Berger zum Keeper der 2. Mannschaft, Michael Wehling. Nun war aber das Spielgeschehen ein anderes: Essen kontrollierte von Anfang an das Spiel und setzte die sich nun häufiger bietenden und herausgespielten Chancen konsequent in Tore um. Besonders Sönke Hachmann stach mit vier Treffern heraus, doch auch jeder andere Spieler mit Ausnahme der Torhüter und Kristoff Gött, kam zum Torerfolg. "Futsalicious Essen" erhöhte so nach und nach den Spielstand. Die Gästemannschaft, jetzt sichtlich erschöpfter, war nur noch durch Konter gefährlich. Sie blieben vor dem kasten von Wehling glücklos, wenngleich sie, am Spielverlauf gemessen, sicherlich ein zweites Tor verdient gehabt hätten. Doch auch bei hundertprozentigen Chancen scheiterten sie an Wehling.

 

Am Ende stand dann ein souveräner und nicht im Vorfeld erwarteter 10:1-Erfolg für "Futsalicious Essen" in einer rundum fairen Partie. Nach der Schlusssirene erhielten die Spieler von "Futsalicious" Lob von den Veteranen. Die ligaerfahrenen Spieler aus Haarlem orakelten, dass man in dieser Verfassung wohl recht gut in der 4. oder 5. niederländischen Liga mitspielen könnte. Es gab einen weiteren regen Austausch über Futsal und gemeinsam nahm man dann ein kleines "Siegerbierchen" zur Brust. So stand der Spaß auch nach dem Abpfiff im Vordergrund. Es wurden weitere Geschichten ausgetauscht und Einladungen zu Freundschaftsspielen oder -turnieren in Aussicht gestellt. Dann war die Zeit des freundschaftlichen Abschieds gekommen.

 

Wenn irgend möglich, möchte "Futsalicious Essen" nun in Zukunft weitere internationale Vergleiche ausrichten und/oder bestreiten. Möglicherweise kommt ein Gegenbesuch in Haarlem in Frage. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen und weitere freundschaftliche sportliche Herausforderungen über Grenzen hinweg.

 

 

(michael wehling & kristoff gött, 30.03.2012)

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