Futsal? Das ist Futsal!

Kurz gesagt:

  • Futsal ist Hallenfußball ... und gleichzeitig viel mehr.  
  • Futsal ist eine eigene Sportart, wenngleich es in der technischen und taktischen Ausbildung von Fußballern, besonders von Anfängern, sehr wichtige Anreize und Grundlagen liefern kann.
  • Futsal bedient sich bei vielen guten Ideen aus anderen Sportarten, wie Handball oder Basketball.
  • "Futsal ist der ehrliche Fußball" (Zitat von Steffen Bonnekamp) - der Fußball-KAMPF ist durch die Regeln auf das notwendige und sinnvolle Maß beschränkt - zwischen Futsal-Teams nur der gewinnen kann, der als Mannschaft geschlossen Fußball SPIELT
  • Futsal ist schneller, fairer, deutlich weniger verletzungsgefährlich, taktisch moderner und meistens torreicher als der traditionelle "deutsche" Hallenfußball ... und
  • Futsal ist ganzjährig "überdacht". ;-)

 

Die Futsal-Geschichte: Eine "Notlösung" wird globaler Publikumsmagnet

Futsal ist „der frischere Fußball“, wie die „Zeit“ im April 2010 titelte. Er ist die offizielle Form des Hallenfußballs nach international geltenden FIFA-Regeln. Also doch nur ein neuer Name für Hallenfußball? Nein, denn Futsal ist nicht vergleichbar mit dem, was man bislang in Deutschland unter Fußball in der Halle verstanden hat! Beim Futsal wird die Attraktivität des Fußballs mit bewährten Ideen anderer Sportarten zu einem aufregenden Ganzen kombiniert. Bei FIFA, UEFA und DFB wird Futsal als eigenständige Disziplin neben dem Fußball geführt.

 

Der Name ist eine Kurzform des portugiesischen Ausdrucks „futebol de salão“ (Hallenfußball). Erfunden wurde Futsal im Südamerika der 1930er Jahre als eine „Notlösung“ für fehlende herkömmliche Fußballplätze. Bereits 1942 hat der südamerikanische Sportlehrerbund dann aber den Futsal aufgrund seiner ureigenen Eigenschaften bei Fairness, Fitness, Technik und Taktik für den Schulsport empfohlen. Bis zum heutigen Tag bestätigen sportwissenschaftliche Studien immer wieder die Qualitäten des Futsals gegenüber dem herkömmlichen (Hallen-)Fußball.

 

Seit den 1950ern wird Futsal in Südamerika in organisierten Ligen gespielt. Seit Mitte der 1990er Jahre gibt es einen enormen Zuwachs an internationaler Aufmerksamkeit, der zu einer globalen Verbreitung des Futsalspiels geführt hat.

 

Heute ist Futsal in der gesamten Fußballwelt verbreitet und existiert mit großer Popularität neben dem Rasenfußball. Es haben sich Profiligen in Südamerika, aber auch in Europa oder Asien entwickelt, wahre Publikumsmagneten. Neben den Ligen gibt es eine riesige Zahl von gut besuchten nationalen und internationalen Turnieren. In der „Champions League“ der UEFA z.B. spielen Jahr für Jahr unzählige Clubs um den „UEFA Futsal-Cup“. Nationalmannschaften unzähliger Länder spielen im 4-Jahres-Rhythmus bei den offiziellen Europameisterschaften der UEFA und den Weltmeisterschaften der FIFA.

 

Fußball-Weltstars wie Lionel Messi, Cristiano Ronaldo, Zinedine Zidane, Ronaldinho, Xavi, aber auch schon der große Pelé haben ihre außergewöhnlichen Spielfähigkeiten durch eine Grundausbildung im Futsal erlernt und verfeinert. Inzwischen hat der Futsal aber auch seine eigenen Weltstars hervorgebracht: Die Namen Falcão oder Ricardinho kennt nicht nur in den Futsal-Nationen inzwischen jedes Kind.

 

(kristoff gött, 14.07.2015)

Die Futsal-Entwicklung in Deutschland

„Keine der großen Fußballnationen kann es sich mehr leisten, Futsal zu ignorieren“, schrieben sich deutsche Regionalverbände schon vor einigen Jahren in ihre Notizbücher. Aber es bedarf noch einiger Anstrengungen im Land des viermaligen Fußballweltmeisters.
Heute ist Futsal in der gesamten Fußballwelt weit verbreitet … mit Ausnahme des deutschsprachigen Raums. Hier ist die Sportart immer noch verhältnismäßig unbekannt und firmiert offiziell noch unter dem Etikett „Freizeit- und Breitensport“ ... doch seit dem DFB-Bundestag 2012 gibt es auch hierzulande eine deutlich spürbare Vorwärtsentwicklung durch das Betreiben des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Doch der Reihe nach:

 

Nachdem deutscher Futsal seit dem "Erstkontakt" von Privatpersonen um 2000/2002 lange Zeit nur von privater Seite, in neu gegründeten (Hobby)Mannschaften oder, etwas später, auf unterer Verbandsebene betrieben wurde, hat der DFB 2006 erstmals eine jährlich ausgetragene, inoffizielle Deutsche Meisterschaft geschaffen: das Turnier um den „DFB Futsal-Cup“. Seitdem legen DFB und die angeschlossenen Verbände allmählich gesteigerten Wert auf Förderung und Verbreitung von Futsal. Eine weitere Intensivierung der Bemühungen hatte der DFB für die Zeit nach dem Ende der Fußball-WM der Frauen 2011 zugesagt.

 

Im Oktober 2010 einigte sich die DFB Futsal-Tagung aller Landesverbände darauf, dass jeder Landes- und Regionalverband eine Auswahlmannschaft aufbaut. Im Rahmen dieser Tagung kam es zu einem Demonstrationsspiel zwischen den Auswahlkadern des Fußballverbands Niederrhein e.V. (FVN) und des Fußballverbands Mittelrhein e.V. (FVM). In Nordrhein-Westfalen wurde im Jahr 2011 der erste Länderpokal zwischen den Auswahlen des Mittelrheins, Westfalens (FLVW) und dem Niederrhein ausgetragen. Nach weiteren Vergleichsspielen wurden die mit dieser Aktivität verbundenen Bestrebungen zur Gründung einer deutschen Futsal-Nationalmannschaft im Spätsommer 2011 vom DFB jedoch wieder auf Eis gelegt. Bis dahin war ein erstes Demonstrationsspiel einer deutschen Auswahl im Rahmen des "DFB Futsal-Cups 2010“ und ebenso ein erneuter Vergleich der "DFB Futsal All-Stars" im Rahmen des "DFB Futsal-Cups 2011" durchgeführt worden.

 

Mit dem Stopp des DFB wurden in mehreren kleineren Treffen zwischen Futsal-Vereinsvertretern und Vertretern des DFB und seiner Regional- und Landesverbände anderweitige Möglichkeiten der Förderung der Sportart Futsal in Deutschland diskutiert. Nachwievor liegt die Organisation vorwiegend in Vereinshänden und privaten Initiativen. Seit 2011 veranstalten Privatleute/Vereine in Zusammenarbeit mit Agenturen, Sponsoren/Ausrüstern und Verbänden verstärkter Schulungen für Trainer im Futsal-Bereich. Auch der DFB bietet seit 2012 vereinzelte, aber sehr gut besuchte Futsal-Schulungen mit offiziellen FIFA-Instruktoren an. Seit Sommer 2012 zeichneten sich wieder verstärkt Vereins- und Abteilungsneugründungen ab.


Beim angesprochenen DFB-Bundestag aller 21 Landesverbände 2012 wurde ein umfangreicher "Masterplan für den Amateurfußball" im Lande verabschiedet - sehr zur Freude der Futsal-Szene geht es dabei auch um die Entwicklung von Futsal. Bis zum Winter 2015/2016 sollen alle offiziellen Verbands-Hallen-Turniere oder -Meisterschaften in Deutschland ausschließlich nach dem offiziellen Futsal-Regelwerk gespielt werden. Damit orientiert man sich eindeutig weg vom "traditionellen Hallenfußball", was allerdings vielerorts bei "alteingesessenen" Fußballern und besonders Fußballfunktionären, aufgrund von fehlender Fachkenntnisse, zu Missmut führt. Die Weiterführung des Aufbaus von ständigen Futsal-Landesauswahlen wurde flächendeckend für alle 21 Verbände beschlossen und durch die Einführung des seit 2014 jährlich stattfindenden, dreitägigen Vergleichs- und Sichtungsturniers "DFB Futsal-Länderpokal" mit einer attraktiven Präsentations- und Austauschplattform für die Futsal-Szene bedacht.


Bis spätestens 2016/2017 soll es, laut "Masterplan", nun definitiv eine offizielle Deutsche Futsal-Nationalmannschaft geben. Nach dem "DFB Futsal-Länderpokal" 2015 erfolgten unter der Leitung von Paul Schomann (DFB-Basisfußball), Daniel Gerlach (Futsal Panthers Köln) und Wendelin Kemper (UFC Münster) zwei große Schulungen den Sportschulen Kaiserau  und Grünberg für insgesamt über 50 Spieler, die beim Länderpokal gesichtet und ausgewählt wurden.

Bereits 2013 hat der Allgemeine Deutsche Hochschulsportbund (adh) unter der Leitung von Georg von Coelln (UFC Münster) eine offizielle Deutsche Studenten-Futsal-Nationalmannschaft ins Leben gerufen.


Einige Landesverbände mehr als zuvor engagieren sich beim Aufbau von eigenen Futsal-Ligen. Im Spätsommer/Herbst 2013 startete im Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) die zweite deutsche Futsal-Regionalliga, neben der WFLV Futsal-Liga des Westdeutschen Fußball- & Leichtathletikverbands. In der Spielzeit 2015/16 wird, nach Begründung der ersten Futsal-Ligen in Bayern, eine süddeutsche Futsal-Regionalliga folgen. In Niedersachsen und Bremen wird ebenfalls an einer möglicherweise gemeinsamen Liga gearbeitet.

Überall in Deutschland gilt aber weiterhin: Zunächst wird man weitere Futsalvereine bzw. Futsalabteilungen bei Fußballvereinen gewinnen müssen, um die bestehenden Ligen zu stärken und überhaupt weitere Ligen aufbauen zu können. Hieran beteiligen sich einige bestehende Futsal-Vereine sehr intensiv.

Im Frühjahr 2015 machte der DFB seine bis dato inoffizielle Meisterschaft, den DFB Futsal-Cup, für den Seniorenbereich erstmals zur offiziellen Deutschen Futsal-Meisterschaft - eine echte Aufwertung des Events und damit des gesamten bestehenden Spielbetriebs!


Die C-Junioren im Fußball spielen seit 2007 einmal im Jahr den DFB C-Junioren Futsal-Cup aus. Seit 2013 wurde dieses Angebot auch auf den B-Jugendbereich ausgedehnt.


Im Bereich des Gehörlosensports mischt Deutschland in Sachen Futsal seit einiger Zeit bereits kräftig mit: Seit 2008 wird unter dem Dach des Deutschen Gehörlosen-Sportverbands (DGS) eine offizielle Deutsche Futsal-Meisterschaft der Gehörlosen für Frauen und Männer ausgespielt. International nehmen Frauen und Männern an den europäischen Vereinsmeisterschaften teil und als offizielle Frauen-Futsal-Nationalmannschaft der Gehörlosen beteiligt man sich seit 2002 an den Welt- und Europameisterschaften.


Es ist noch ein weiter Weg, um den deutschen Futsal national bekannter und schlussendlich auch international wettbewerbsfähig zu machen, ihn strukturell zu stärken, weiter zu professionalisieren und so ein sinnvolles Kooperations- und attraktives Konkurrenzangebot für den Hallenfußball bzw. neben dem (Rasen-)Fußball zu schaffen.

 

(kristoff gött, 14.07.2015)

Das macht Futsal aus:

Futsal ist perfekt auf die Halle abgestimmtes Fußballspiel:

Das Reglement des Futsal ist die beste Wahl, wenn man Fußball effektiv in einer Sporthalle so umsetzen will, dass er dem Spiel auf dem rasen ähnlich ist. Seiten- und Toraus, ein dem Untergrund angepasster Ball, der Spielfeldgröße angepasste Tore und Regeln, die zu jeder Zeit das FußballSPIEL fördert und den puren FußballKAMPF auf das Nötigste reduziert.

 

Futsal ist besonders fair:

Durch Härte kann keine spielerische Schwäche wettgemacht werden. Es gibt strenge und klare Foulregeln, Futsal ist aber kein „körperloses“ Spiel. Es gibt keine unfaire Zeitschinderei durch übertriebene Theatralik bei Foulspielen, betont langsame Ausführung von Standards, zeitraubende Diskussionen oder durch Ballwegschlagen.

 

Futsal ist besonders schnell:

Das beständig hohe Tempo durch die Nettospielzeit fördert und erfordert rasante Balltechnik, hohe taktische Konzentration und blitzschnelles Entscheidungsdenken, sowie schnelles und ständiges  Umschalten zwischen Offensive und Defensive und ein ausgeprägtes Feingefühl jedes Spielers für situationsbedingtes Positionsspiel auf vielen Positionen.

 

Futsal ist besonders intensiv:

Futsal ist ein Laufsport. Trotz der verhältnismäßig kurzen Nettospielzeit auf dem Papier fordert das Spiel den Aktiven ähnlich stark wie der Fußball auf dem rasen. Es kommt ständig zu spielentscheidenden Situationen, Positions-, Formations-, Rhythmus- und Richtungswechseln. Von allen Spielern wird ein sehr hohes Maß an Konzentration, Technik, Bewegungsfähigkeit & Kondition gefordert.

 

Futsal ist besonders spannend:

Als echter Thriller für Zuschauer bietet Futsal durch die geringe Größe des Spielfeldes ständig Torraumszenen und ein unablässiges Auf und Ab, ähnlich wie beim Handball, Basketball oder Eishockey. Verbunden mit vielen Toren und einem stets möglichen Umschlagen der Vorteile für beide Teams bleibt Futsal über die gesamte Spieldauer spannend.

 

Futsal ist ein wichtiger Teil der Fußballausbildung der Jugend:

Futsal eignet sich hervorragend zur tschnischen und taktischen Heranführung und Ausbildung von Kindern im frühen Schulalter, wie durch sportwissenschaftliche Studien in Deutschland und weltweit mehrfach nachgewiesen wurde.

 

Futsal ist perfektioniertes Teamwork:

Kein Bankdrücken, sondern fliegende Wechsel: Jeder Spieler wird möglichst umfassend auf vielen Positionen ausgebildet bzw. muss möglichst umfassend ausgebildet sein. Jeder Spieler bekommt sehr viel Einsatzzeit auf vielen Positionen. Trotz der hohen technischen und taktischen Anforderungen und Fähigkeiten der Futsal-Spieler ist auch hier ohne Teamgeist nichts zu gewinnen.

 

Futsal fordert und fördert:

Selbst für gänzlich fußballunerfahrene Neulinge ist Futsal überdurchschnittlich schnell zu erlernen. Spielunerfahrene lassen sich deutlich leichter und trotzdem produktiv in ein Team integrieren.

 

Futsal ist wetterunabhängig:

Das Spiel mit dem kleineren und sprungreduzierten Ball wird ausschließlich in Sporthallen gespielt. Durch diese Unabhängigkeit von gutem Wetter kann eine regelmäßige Durchführung der Spiele in jeder Spielklasse gewährleistet werden. Auch für die Zuschauer ist es angenehmer rasanten fußballbasierten Sport ohne Frieren und Nassregnen erleben zu können.

 

(kristoff gött, 13.01.2014)

Das ist Futsal ... Die Regeln

Wie sehen nun diese "anderen" Regeln des Futsal im Detail genau aus? Ist Futsal etwa kompliziert zu erlernen? Dazu direkt ein klares NEIN! Futsal ist viel eindeutiger und in vielen Situationen sichtbar unstrittiger als Fußball, so dass die Regeln a) viel leichter zu behalten sind und sich b) die Spieler sogar ohne Schiedsrichter fair auf eine gültige Umsetzung einigen können.

 

Nun, eine wirklich komplette Übersicht bekommt ihr natürlich nur in den offiziellen Regeln der FIFA, die ihr hier herunterladen könnt:

Offizielle FIFA Futsal-Spielregeln 2014/15 (Komplettversion)
Stand: 02.07.2014
lawsofthegamefutsal2014_15_dneu_german.p
Adobe Acrobat Dokument 3.4 MB

Hier ein paar der wichtigsten Regeln in einer von "Futsalicious Essen" für euch aufbereiteten, vereinfachten Übersicht:

 

  • Das Spielfeld ist ungefähr so groß wie ein Handballfeld.
  • Die Tore sind ungefähr so groß wie Handballtore.
  • Der Spielball hat Größe 4 bzw. 4 1/2, ist speziell gepolstert, mit weniger Luftdruck befüllt und dadurch leichter, aber sprungreduziert.
  • Das Spiel wird von zwei Schiedsrichtern auf dem Feld bzw. an den beiden Seitenlinien, einem Zeitnehmer und einem Schreiber am Zeitnehmertisch geleitet.
  • Gespielt wird mit Seiten- und Toraus, also ohne Bande.
  • Es gibt kein Abseits.
  • Der Strafraum entspricht dem 6-Meter-Kreis beim Handball.
  • Eine Mannschaft besteht aus 4 Feldspielern und 1 Torwart.
  • Ein Mannschaftskader pro Spiel besteht aus maximal 15 Spielern, inkl. Torhüter.
  • Es darf fliegend gewechselt werden. Es muss immer zuerst der auszuwechselnde Spieler vom Feld gehen bevor der eingewechselte das Feld betritt.
  • Die Auswechselspieler müssen während des Spiels farbige Leibchen tragen oder über den Oberkörper gelegt haben. Die Ein- und Auswechselung ist mit der Übergabe der Leibchen zwischen den wechselnden Spielern vollzogen.
  • Es gibt eine markierte Wechselzone vor jeder Bank, die zwingend beachtet werden muss. Nur innerhalb dieser Zone dürfen Spieler zum Wechsel vom oder auf das Feld gehen. Wechsel außerhalb der Wechselzone oder zu viele Spieler auf dem Feld haben eine Spielunterbrechung und eine Gelbe Karte zur Folge. 
  • Jedes offizielle Spiel hat eine Nettospielzeit von 2 x 20 Minuten, d.h. der Zeitnehmer stoppt die Uhr bei jeder Spielunterbrechung (Seitenaus, Standardsituationen etc.). Dies entspricht einer Bruttospielzeit von etwa 2x30-35 Minuten, je nach tatsächlichem Spielverlauf.
  • Überquert der Ball die Seitenlinie, wird das Spiel per Einkick fortgesetzt. Beim Einkick muss der Ball auf der Auslinie ruhen. Der ausführende Spieler muss bis zur Ausführung mit beiden Füßen hinter der Linie stehen. 
  • Trifft der Ball die Hallendecke, wird das Spiel mit einem Einkick für das Team fortgesetzt, das nicht für den Deckentreffer verantwortlich war.
  • Eckstöße werden entsprechend der Fußballregeln gehandhabt.
  • Bei den meisten Standardsituationen (Freistöße, Eckstöße, Einkicks, Mittelanstöße) haben die Spieler der gegnerischen Mannschaft einen Mindestabstand von 5 Metern zum Ball zu halten. 
  • Für die Ausführung von Standardsituationen (Freistöße, Eckstöße, Einkicks, Torabschläge, Strafstöße, Mittelanstöße) hat jeder Spieler immer nur 4 Sekunden Zeit (die Schiedsrichter zählen mit ihren Fingern für alle sichtbar mit). Beim Torwart zählt diese Zeit sowohl wenn er den Ball in Hand als auch wenn er ihn am Fuß führt.
  • Der Torwart darf Abwürfe und Abschläge über die Mittellinie machen und sich als fünfter Feldspieler in die Angriffe jenseits der Mittellinie einschalten. Torhüter dürfen, wie beim Handball, ebenfalls fliegend gewechselt werden.
  • Verschärfte Rückpassregel: Der Torwart darf pro Spielzug in der eigenen Hälfte nur einmal angespielt werden. Den Ball darf er dann nur 4 Sekunden führen. Er darf den Ball erst dann wieder zugespielt bekommen, wenn zuvor ein gegnerischer Spieler den Ball berührt hat - oder wenn er selbst offensiv als fünfter Feldspieler in die gegnerische Hälfte geht.
  • Wird ein anderer Spieler als der Torhüter als "flying goalkeeper" eingesetzt, muss er mit einem Leibchen gekennzeichnet werden, das sich von den Trikotfarben der Spieler beider Mannschaften, der Ersatzspieler und der Schiedsrichter unterscheidet.
  • Es gibt die Möglichkeit, pro Team pro Spiel eine Auszeit ("Time Out") von einer Gesamtdauer von 1 Minute zu nehmen. Das Time-Out muss vom Trainer frühzeitig beim Schiedsrichter/ Zeitnehmertisch beantragt werden. Durchgeführt wird es dann erst bei der nächstmöglichen Spielunterbrechung mit eigenem Ballbesitz für die Antrag stellende Mannschaft.
  • Nach einem Torerfolg wird das Spiel mit einem Mittelanstoß fortgesetzt. Dabei muss der Ball zunächst in die gegnerische Hälfte gespielt werden.
  • Der Mittelanstoß kann aber auch mit einem so genannten "Fair Kick" ausgeführt werden. Dabei spielt die ballbesitzende Mannschaft den Ball zum Gegner, der ihn zurückspielt bevor das Spiel fortgeführt wird. 
  • Grätschen und andere Sliding Tacklings gegen den Mann sind verboten und werden mit einem kumulierten Foulspiel geahndet. Grätschen/Slidings sind lediglich erlaubt, wenn man mit Abstand zum Gegenspieler den Ball/einen Schuss blockiert. 
  • Alle kumulierten Foulspiele, die einen Freistoß nach sich ziehen, werden dem gesamten Team des Verursachers angelastet.
  • Jedes Team darf pro Halbzeit maximal 5 Teamfouls begehen. Beim 6. Teamfoul und für jedes weitere erhält die Mannschaft des Gefoulten einen Freistoß ohne Mauer von der 10-Meter-Marke. Der Schiedsrichter darf aber den Austragungsort nach seinem Ermessen auch näher an das Tor, maximal bis zur 6-Meter-Linie, verlegen. Bei diesem Freistoß von der 10-Meter-Marke darf sich der Torwart vor der Ausführung von der Torlinie bis zur 3-Meter-Marke im Strafraum bewegen, um ggf. den Winkel zu verkürzen. Geschieht das 6. (oder jedes weitere) Teamfoul innerhalb des eigenen Strafraums, wird der fällige Freistoß als Strafstoß von der 6-Meter-Marke ausgeführt.
  • Foul- und Handspiele im Strafraum werden generell mit einem Strafstoß von der 6-Meter-Marke geahndet. Dies gilt auch, wenn ein Foul im Strafraum begangen wurde und das Verursacherteam dadurch sein 6. (oder weiteres) Teamfoul begangen hat. Der Torwart darf die Torlinie beim 6-Meter nicht verlassen.
  • Es gibt persönliche Verwarnungen und Strafen gegen Spieler, die wiederholt gegen Foulspiel- und Fairness-Regeln verstoßen (Gelbe, Gelb-Rote und Rote Karten).
  • Erhält ein Spieler eine Gelb-Rote oder Rote Karte, muss sein Team für die folgenden 2 Spielminuten (netto) in Unterzahl weiterspielen. Nach diesen 2 Minuten oder wenn die gegnerische Mannschaft ein Tor erzielt, darf das in Unterzahl spielende Team auf dem Feld komplettiert werden. Der Zeitnehmer gibt das Signal rechtzeitig an Schiedsrichter und betreffende Mannschaft weiter.
  • Der mit Gelb-Rot oder Rot vom Platz gestellte Spieler darf für das aktuelle Spiel nicht mehr eingesetzt werden und muss die Spielstätte verlassen, d.h. im Zuschauerraum Platz nehmen oder die Halle bis zum Spielende verlassen.
  • Wichtig für Spieler mit Futsal- und Fußballspielberechtigungen: Rote Karten im Futsal mit besonders schweren Vergehen, die eine Verbandsspruchkammerentscheidung zur Folge haben, können eine Sperre auch im Fußball zur Folge haben und umgekehrt!
  • Beim Futsal gibt es keine Zeitstrafen.

 

(kristoff gött, 15.04.2015)

Das ist Futsal ... wie man es spielt

In dieser Rubrik sammeln wir nach und nach interessante Informationen darüber, wie Futsal in der Praxis gespielt und trainiert wird bzw. werden kann. Diese Seite ist für Interessierte an der Futsal-Trainingslehre gedacht, für alle neugierigen oder auch skeptischen Menschen "vom Fach", die sich als Trainer, Dozenten, Studenten oder Betreuer über unseren Sport informieren wollen ... und sie ist auch für jeden Spieler oder Fan gedacht, der sich über seine eigenen Erfahrungen hinaus noch ein bisschen tiefgehender mit Futsal auseinandersetzen möchte.

Diese Rubrik wird unregelmäßig ergänzt.

Futsal - ein taktischer Überblick, Spox.com 2016

Das Sportportal Spox.com hat eine hochinteressante und gut recherchierte Übersicht zu den taktischen Besonderheiten des Futsal zusammengetragen ... in zwei Teilen:

Link zu Teil 1
Link zu Teil 2

Futsal: Basiswissen und praktische Übungen, 2017

Jörg Meinhardt, Gerard Juszczak, Rainer Koch: Futsal - Basiswissen und praktische Übungen für Trainer und Spieler. Stiebner Verlag GmbH, 2017.
ISBN: 978-3767912106

So gelingen Futsal-Trainingseinheiten, DFB 2015

(Nicht nur) für C-Junioren, ein paar praktische Tipps von ex-Futsal-Bundestrainer Paul Schomann und seinem DFB-Team:
http://www.dfb.de/trainer/c-juniorin/artikel/so-gelingen-futsal-trainingseinheiten-2148/

Futsal im Schulsport, 2014

Paul Klingen, Jörg Pawelczyk: Futsal im Schulsport - mehr als ein 1:0. Chancen zur praktischen Erziehungsarbeit. Verlag Schneider Hohengehren, 2014.
ISBN: 978-3834013507

Futsal: Handbuch für Trainer und Spieler, 2014

Petr Schatalin: Handbuch für Trainer und Spieler. Taktik & Technik. (Eigenvertrieb), 2014.
http://www.ebay.de/itm/201942320260

Futsal, die Zukunft der Schulfußballs?, 2014

Steffen Schneider: Futsal- Die Zukunft des Schulfußballs? Beobachtungen aus dem Schulunterricht. Tectum Verlag, 2014.

ISBN: 978-3828833920

Coaching Futsal, 2012

Auf Englisch:
Anderson Maestri: Coaching Futsal. Understanding, Improving and Perfecting. CreateSpace Independent Publishing Platform, 2012

ISBN: 978-1479231614

Futsal-Grundlagenbuch von Hermans & Engler, 2009

Auf Deutsch:

Vic Hermans, Rainer Engler: Futsal - Technik, Taktik, Training.

Aachen u.a.: Meyer & Meyer Verlag, 2009.

ISBN: 978-3-89899-316-6

In vielen Auszügen online einsehbar bei GoogleBooks (Direktlink)

 

Auf Englisch:

Vic Hermans, Rainer Engler: Futsal - Technique, Tactics, Training.

Maidenhead: Meyer & Meyer Sport (UK) Ltd., 2011.

ISBN: 978-1-84126-304-5

In vielen Auszügen online einsehbar bei GoogleBooks (Direktlink)

Kommentiertes Regelwerk von Kammerer & Engler, 2008

Stephan Kammerer, Rainer Engler: Futsal - Das offizielle FIFA-Futsal-Regelwerk mit Kommentaren und Hintergründen.

Aachen u.a.: Meyer & Meyer Verlag, 2008

ISBN: 978-3-89899-403-3

In Auszügen online einsehbar bei GoogleBooks (Direktlink)

Studie: "Futsal in der Schule", 2007

Im Rahmen des DFB-Entwicklungsplans und den sportwissenschaftlichen Studien am Institut für Sportwissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main haben im September 2007 Christopher Heim, Ulrich Frick und Robert Prohl eine ausführliche Studie zum Futsal vorgelegt - Titel: "Futsal in der Schule - eine Chance für den Fußball".

 

Diese erarbeitete in einer Untersuchung von 410 Schülerinnen und Schülern zwischen 10 und 12 Jahren vier grundlegende Thesen zum Futsal und seinen (in Deutschland bislang stark unterschätzten) Möglichkeiten heraus, wie man auf den Seiten des DFB in Kurzform nachlesen kann:

 

"Neben einer guten technischen Ausbildung dient Futsal als Sprungbrett zum Fußball

Bis auf einige Unterschiede (z.B. Ballmaterial, Regeln) entspricht Futsal dem Spiel Fußball. Die logische Frage also: Wirken sich die Unterschiede positiv oder negativ auf die Weiterentwicklung der für den Fußball wichtigen Fähigkeiten aus? [...] Die Kernaussage der Studie lautet:

 

Futsal wirkt sich positiv auf die Entwicklung von fußballspezifischen Fertigkeiten aus.

[...] Untersucht wurden mittels Videoanalyse kurzfristig zu erkennende Änderungen des Verhaltens im Spiel:

  1. bei Verwendung eines gewöhnlichen Fußballs
  2. bei Verwendung eines Filzballs und
  3. bei Verwendung eines Futsal-Balls

Die Schüler spielten Turniere und absolvierten Einzelübungen mit den drei Ballarten. Im Anschluss an die Übungen wurden sie hinsichtlich ihrer Erfahrungen in Bezug auf Angst vor dem Ball, Spielspaß, Spielbeteiligung und dem Niveau des Spiels befragt. Die Ergebnisse sprachen eindeutig für den Einsatz eines Futsal-Balls.

 

Futsal ist die ideale Fußballvariante in der Halle, denn:

  1. die technischen Fertigkeiten werden stark gefördert
  2. die Handlungsschnelligkeit wird gesteigert
  3. die Motivation der Spieler wird durch Erfolgsmomente erhöht
  4. die Spieler übernehmen mehr Verantwortung im Spiel
  5. das geringere Verletzungsrisiko erhöht die Attraktivität
  6. es ist eine Abwechslung zum konventionellen Fußball-Training

Langzeituntersuchungen der Universität Frankfurt über einen Zeitraum von zwei Jahren lieferten bestätigende Ergebnisse.

 

Futsal ist daher keine Konkurrenz zum Fußball, sondern eine Ergänzung und Unterstützung."

 

(in Auszügen übernommen von den Futsal-Seiten des DFB) 

 

 

Die Studie im unveränderten und vollständigen Wortlaut kann man sich beim DFB unter folgendem Link kostenlos als PDF herunterladen:

 

"Futsal in der Schule - eine Chance für den Fußball" (Frankfurt/Main, 2007, PDF-Datei)


UEFA-Info für Trainer: Der Futsal-Techniker, 2006-2008

Zwischen dem April des Jahres 2006 und dem Februar des Jahres 2008 veröffentlichte die UEFA in ihrem "The Technician - Informationsblatt für Trainer" insgesamt vier Beilagen mit dem englischen Titel "The Technician - Futsal Edition" - auch in deutscher Sprache.

 

Hier könnt ihr die vier deutschsprachigen Ausgaben als PDF-Dateien kostenlos herunterladen:

UEFA: The Technician Futsal Edition, Nr.1 (PDF, April 2006)
UEFA_The_Futsal_Technician_-_Nummer_1.pd
Adobe Acrobat Dokument 490.7 KB
UEFA: The Technician Futsal Edition, Nr. 2 (PDF, Oktober 2006)
UEFA_The_Futsal_Technician_-_Nummer_2.pd
Adobe Acrobat Dokument 507.1 KB
UEFA: The Technician Futsal Edition, Nr. 3 (PDF, Juni 2007)
UEFA_The_Futsal_Technician_-_Nummer_3.pd
Adobe Acrobat Dokument 518.4 KB
UEFA: The Technician Futsal Edition, Nr. 4 (PDF, Februar 2008)
UEFA_The_Futsal_Technician_-_Nummer_4.pd
Adobe Acrobat Dokument 1'015.2 KB

Holistic Futsal, 2003

Auf Englisch:
Tim Burns: Holistic Futsal. lulu.com, 2003
ISBN: 978-1411604537

Ihr wollt noch mehr wissen?

Selbstverständlich gibt es auch eine DFB-Seite zum Futsal , auf der man sich grundlegend informieren kann.

 

Zusammengefasster stehen viele Informationen auch im Futsal-Wiki auf Wikipedia, einfach mal durchklicken (und auch die Erläuterungen in anderen Sprachen nicht außer Acht lassen!)

 

Und als ganz praktische Information: Sprecht, schreibt oder ruft uns an ... oder kommt zu unseren Spielen!

Futsalicious Essen e.V. 2009 1. Futsal-Verein in Essen NRW, Deutschland




Futsalicious Essen e.V. 2009 Tanz-Abteilung Dancelicious Jazz & Modern Dance JMD in Essen
Futsalicious Essen e.V. Kooperationspartner Joma Sport Teamsport Deutschland
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 POKALICIOUS 2017

Das Futsal-Turnier

tba.

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