Was ist Futsal?
Kurz gesagt:
Futsal ist ähnlich wie Hallenfußball, aber ganz anders als man ihn in Deutschland kennt. Futsal ist fairer, schneller, technischer, eleganter, taktischer, meistens torreicher und ganzjährig immer "überdacht" ;-)
Futsal enthält also nur das Beste vom Fußball.
(Kurzes Einführungsvideo von DFB-TV 2009)
Ausführlicher kann man Futsal so erklären:
Der Begriff „Futsal“ ist eine Symbiose aus den spanischen Begriffen "Futbol" (Fußball) und "Salon" (Halle). Weitere gebräuchliche Namen für Futsal sind "Futebol de Salão" (Brasilien/Portugal) und "Indoor Soccer" (Amerika/England).
Sie alle beschreiben eine in den 1930er Jahren in Südamerika entstandene Variante des Fußballs, die heutzutage vornehmlich in der Halle gespielt wird. Über dessen Genese streiten sich bis heute Brasilien und Uruguay, wobei nur gesichert ist, dass das erste offizielle Regelwerk aus Brasilien stammt (1956).
Seit 1952 wird in Brasilien organisiert Futsal gespielt. Seit 1989, mit der Aufnahme des Futsalsports in die FIFA, gibt es offizielle Weltmeisterschaften. Europameisterschaften wurden erstmals 1996 (inoffiziell) und 1999 (offiziell) ausgerichtet. Deutsche Mannschaften gibt es mittlerweile in wachsender Anzahl, doch fehlt bislang noch ein nationales Auswahlteam.
Futsal ist dem Hallenfußball sehr ähnlich, besitzt aber im Reglement einige gravierende Unterschiede:
Gespielt wird Futsal mit vier Feldspielern und einem Torwart pro Mannschaft auf einem Hallenhandballfeld, inklusive der Hallenhandballtore. Alle Spieler dürfen während des Spiels beliebig oft gewechselt werden. Die Seiten- und Torauslinien bilden die Spielfeldbegrenzungen, der Sechs-Meter-Kreis den Strafraum. Die Nettospielzeit (die Spielzeit wird bei jeder Unterbrechung angehalten) beträgt zwei Mal 20 Minuten. Jedes Team bekommt pro Halbzeit eine einminütige Auszeit zur Beratung zugesprochen.
Zwei Feldschiedsrichter und ein Zeitnehmer leiten eine Futsalpartie. Spielfortsetzungen wie „Einkicks“ (nachdem ein Ball die Seitenauslinie überquert hat), Eckbälle, Freistöße, Abwürfe und Ballberührungen des Torwarts in der eigenen Hälfte, sind innerhalb von vier Sekunden auszuführen. Diese werden von einem der Feldschiedsrichter mit den Fingern angezeigt. Bei Überschreitung der Zeit bekommt der Gegner den Ball zugesprochen.
Der Torwart jeder Mannschaft darf im Feld mitspielen. Spielt er den Ball in seiner Hälfte einem Mitspieler zu, muss der Ball erst die Mittelinie überqueren oder von einem Gegner berührt werden, bevor er wieder zum Torwart zurückgespielt werden darf.
Zusätzlich ist auf die vom herkömmlichen Fußball stark abweichende Foulspielregelung hinzuweisen: Pro Halbzeit sind den Teams lediglich fünf Teamfouls, die im Feldfußball einen direkten Freistoß verursachen, gestattet. Mit dem sechsten Mannschaftsvergehen folgt automatisch ein Zehn-Meter-Strafstoß für den Gegner. Die so genannten kumulierten Foulspiele werden am Zeitnehmertisch notiert und beide Teams bei Erreichen des fünften Mannschaftsfouls darüber informiert. Foulspiele sind, anders als im Hallenfußball, Grätschen am Spieler, Rempeln, Stoßen, Festhalten und Ziehen.
Das Reglement ist, ganz allgemein betrachtet, neben der Betonung der Körperkontaktlosigkeit des Spiels, auf schnelle Spielfortsetzungen ausgelegt. Dadurch werden neben technischen Voraussetzungen der Spieler spielerisch-taktische immer wichtiger, um das benötigte Spieltempo hoch zu halten.
Ein weiteres signifikantes Merkmal des Futsals ist das Spielgerät selbst: Der Spielball zeichnet sich durch seine sprungreduzierten Eigenschaften und seine Größe aus. Sie entspricht der Größe 4, ist also eine Spielballgröße kleiner als ein herkömmlicher Fußball. In den Anfängen des Futsals, als Partien auch auf Basketball- und Hockeyplätzen ausgetragen wurden, sprang der Ball zu viel und war schwer zu kontrollieren. Um diesem Problem zu begegnen, verkleinerte man das Volumen des Balls und erhöhte dessen Gewicht.
In Deutschland ist der Futsal gerade auf dem Weg vom Breitensport zur Professionalisierung. Nachdem er bislang eher stiefmütterlich im Schatten des Fußballs gespielt wurde, kümmern sich die Verbände des DFB und der DFB selbst inzwischen vermehrt um eine Strukturierung des Spielbetriebs: Es gibt in einigen, nicht in allen, Bundesländern neben Hobbyligen auch "ernsthafte" Landes- und Regionalligen, die bislang die höchste Spielklasse darstellen.
Die Erstplatzierten der Regionalligen spielen im Anschluss an den Ligabetrieb jedes Jahr im "DFB-Futsal-Cup"-Turnier um die inoffizielle Deutsche Meisterschaft. Eine Bundesliga gibt es bislang ebensowenig wie eine Nationalmannschaft.
(steffen bonnekamp & futsalicious, 23.10.2009)
Ihr wollt mehr wissen?
Weitere Möglichkeiten, um euch über Futsal zu informieren, findet ihr hier:
Die Freunde der bewegten Bilder finden eine Unmenge an kurzen und längeren Videos über Futsal auf den großen Online-Videoportalen (YouTube, MyVideo, Vimeo, GoogleVideo), die wir sämtlich in unserer "Rund um Futsal"-Linksektion zum direkten Zugang anbieten.
Es gibt da zusätzlich dieses Futsal-Lehrgangsvideo vom DFB , das praktisch und in Worten darstellt, was Futsal ist.
Selbstverständlich gibt es auch eine DFB-Seite zum Futsal , auf der man sich grundlegend informieren kann.
Zusammengefasster stehen viele Informationen auch im Futsal-Wiki auf Wikipedia , einfach mal durchklicken (und auch die Erläuterungen in anderen Sprachen nicht außer Acht lassen!)
Über die DFB-Seite kann man das offizielle FIFA-Regelwerk für Futsal einsehen oder das Regelwerk direkt runterladen (PDF).
Und als ganz praktische Information: Sprecht, schreibt oder ruft uns an ... oder kommt zu unseren Spielen ... oder, wenn ihr selbst spielen wollt, kommt zu unserem Training!
